Vorbereitungen: Liposuktion bei Lipödem

Autorin: Lisa Augustin

Veröffentlicht am:

Im Januar 2024 hatte ich meine erste Liposuktion bei Lipödem. Doch die Vorbereitungen starteten schon viel früher. In diesem Blogbeitrag möchte ich über alle Vorbereitungen schreiben, die ich für die Lipödem OP getroffen habe. Dabei verrate ich dir auch, was wirklich wichtig ist und welche Vorbereitungen ich unnötig getroffen habe.

Das wichtigste zuerst: Lymphdrainage, Blutbild & Flachstrickkompression

Am 20. Juli 2023 habe ich mich für die Operationen entschieden und 3 OP-Termine ausgemacht. Der erste Termin sollte ein halbes Jahr später – Mitte Januar stattfinden. Dennoch startete ich mit den ersten Vorbereitungen schon kurz nach der Entscheidung. Mein Arzt meinte, je schneller das erledigt ist, desto besser. Und von meiner Klinik (Rosenbergklinik Sonthofen) habe ich ausführliches Infomaterial mit einer To-do-Liste bekommen.

  • Lymphdrainage: Meine Physiotherapeutin war richtig froh darüber, dass ich schon ein halbes Jahr vorher Termine ausgemacht habe. Denn so auf die Schnelle bekommt man kaum noch Termine für die Lymphdrainage.
  • Termine beim Arzt: Vor der Liposuktion sollte ich ein großes Blutbild und ein EKG machen lassen. Auch die Termine hab ich direkt ausgemacht.
  • Attest vom Phlebologen: Seit dem 23. März 2023 benötigt man laut Bundesfinanzhof kein Attest mehr vom Amtsarzt, um eine Liposuktion bei Lipödem in der Steuererklärung geltend zu machen. Dennoch musste ich ein Attest vom Phlebologen vorweisen, damit die OP nicht als Schönheitsop gewertet wird.
  • Flachstrickkompression: In die Klinik musste ich zwei Flachstrickkompressionshosen mitbringen. Eine für direkt nach der OP und die andere zum Wechseln am nächsten Tag. Also habe ich mir vor der OP noch 2 anfertigen lassen und diese eingetragen.

Flachstrickkompression

Bei den Flachstrickkompressionen habe ich beides Mal Leggings gewählt. Jetzt im Nachhinein hätte ich mindestens eine etwas verlängern lassen – mit offener Fußspitze. Denn gerade bei der Unterschenkel-OP sind mir die Füße lange vollgelaufen und ich denke im Nachhinein, dass eine Flachstrickkompression besser gewesen wäre.

Aus meiner Erfahrung sind dunkle Farben oft etwas störrischer als helle Farben. Dennoch habe ich mich für eine schwarze und eine beerenfarbene Kompression entschieden. Im Nachhinein war ich froh, keine hellen Farben genommen zu haben, weil ich nach den OPs etwas ausgelaufen bin.

Um die Flachstrickkompression besser anziehen zu können, habe ich mir noch Spezialhandschuhe und eine Anziehhilfe von Arion gekauft. Bei meiner Bauerfeind Kompressionshose war zwar schon eine kleine Anziehhilfe dabei, aber ich habe mir noch eine etwas größere gekauft. Von den Spezialhandschuhen habe ich mir gleich 2 Paar gekauft – damit mein Mann mithelfen kann beim Anziehen.

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Die Flachstrickkompressionshose habe ich vor den Operationen fast täglich getragen. Zum einen um mich daran zu gewöhnen, zum anderen aber auch um das Gewebe zu lockern.

Mentale Vorbereitung

Ich habe mir in den Monaten vor der Operation alles an YouTube-Videos reingezogen, was es zum Thema Liposuktion gibt. Blogbeiträge gab es leider kaum welche – das ist auch mit ein Grund, warum ich auf meinem Blog darüber berichten möchte. Je mehr Informationen und Erfahrungsberichte im Netz zu finden sind, desto besser für die Vorbereitung anderer Betroffener.

Ich wollte genau wissen, was auf mich zukommt und wie das so abläuft. Da es 2 gängige Methoden bei der Liposuktion gibt, die WAL-Methode und die PAL-Methode, gab es auch deutliche Unterschiede in den Erfahrungsberichten. Die meisten Liposuktionen werden mit der WAL-Methode durchgeführt. Trotzdem habe ich auch ein paar Videos über die PAL-Methode, mit der ich mich habe operieren lassen, gefunden. Ich habe sogar eine Dame gefunden, die sich vom selben Arzt (Dr. Stefan Rapprich) hat operieren lassen. Das war klasse! Sie hat die Operation mitgefilmt und das Video hat mir sehr viel Angst genommen.

Außerdem habe ich auch in Lipödem Facebookgruppen mitgelesen. Da habe ich auch einige tolle Tipps rausgezogen. Hier muss ich allerdings sagen, dass viel Vergleich stattfindet. Eine der ersten Fragen ist immer: Wie viel Liter wurde abgesaugt? Ich finde zur Vorbereitung gehört nicht dazu, sich über die abgesaugten Liter Gedanken zu machen. Der Arzt wird das schon richtig entscheiden, wie viel da wegmuss. Und Liter können ja auch nicht 1 zu 1 umgerechnet werden.

Equipment für die Liposuktion

Aus meinen Internetstudien (Facebookgruppen, Websites und YouTube-Videos) habe ich mir dann eine Einkaufsliste erstellt, mit Equipment, dass ich mir noch für die Operation anschaffen wollte. Also hab ich 1-2 Monate vor der ersten OP mit dem Shopping begonnen – sowohl bei Amazon, als auch in der Drogerie um die Ecke.

Ich liste dir jetzt mal alles auf, was ich mir für die Liposuktion besorgt und schreibe aber auch gleich dazu, ob ich es wirklich genutzt habe. Dabei versuche ich die Produkte ein wenig zu kategorisieren.

Unterlagen

  • Wasserdichte Hundedecke: Die habe ich an den Tagen nach der OP ins Bett und aufs Sofa gelegt, da ich noch etwas ausgelaufen bin
  • Wickelunterlagen: Auch die habe ich in den Tagen nach der OP genutzt, um nicht alles einzusauen. Im Auto, auf dem Sofa, … – allerdings habe ich mehr als genug gekauft. Da ich an Tag 2 Stripes auf die Wunden bekommen habe, habe ich gar nicht mehr so viel Sauerei zu Hause gemacht.
  • Wasserdichter Schonbezug fürs Auto: Hier hätten sicher auch Wickelunterlagen ausgereicht. Aber da mein Auto, zu dem Zeitpunkt recht neu war, wollte ich auf Nummer supersicher gehen.
  • Hundekühlmatte: Auch das war ein Tipp aus dem Internet. Habe ich allerdings nie wirklich benötigt. Kühlt zwar super – aber da ich die Operationen im Winter hatte, bin ich einfach rausgegangen zum Spazierengehen und hatte so auch direkt eine Kühlung inklusive.

Kissen

  • Venenkissen: Eine der besten Investitionen! Super zum Beine hochlegen – auch bei Nacht. Ich empfehle das Venenkissen sogar schon in die Klinik mitzunehmen, für die erste Nacht. Du kannst es ja in einen Müllbeutel packen.
  • Stillkissen: Super für die Arm-Liposuktion zum Hochlegen. Habe ich von einer Freundin ausgeliehen.
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Kleidung

  • Lockere Jogginghose: Ich hatte zwar Jogginghosen, aber dank Lipödem saßen die ziemlich eng an den Beinen. Also habe ich mir noch eine größere, lockere Jogginghose gekauft. Die war immer ideal, wenn ich zur Lymphdrainage oder zum Einkaufen gegangen bin.
  • Kompressionssocken: Da ich eine Kompressionsleggings mit offenem Fuß hatte, habe ich mir noch Kompressionssocken gekauft. Das war aber ein Fehlkauf, denn die aus dem Internet haben nicht richtig gepasst. Stattdessen habe ich dann immer meine Sportkompressionssocken vom Radfahren getragen. Jetzt im Nachhinein würde ich aber eine Kompressionsversorgung mit offener Fußspitze wählen.
  • Crocs: Auch eine der besten Anschaffungen! Ich habe Crocs bisher immer gemieden, weil ich sie absolut hässlich fand. Aber nach so einer Liposuktion kommst du eben in keine anderen Schuhe mehr rein. Die Crocs habe ich gleich 1-2 Größen größer gekauft und das war absolut die richtige Entscheidung.
  • Feinstrumpfhosen: Da musste ich schon 2 Stück pro OP mitbringen. Die Feinstrumpfhose wurde bei mir immer unter die Flachstrickkompression angezogen, damit die Pflaster geschützt sind und die Kompression besser angezogen werden kann. Hier habe ich günstige Varianten in einer sehr großen Größe gewählt.
  • Bademantel: In einigen Videos habe ich gesehen, dass die Frauen nach der Liposuktion in einen Bademantel geschlüpft sind. Ich hatte meinen zwar immer dabei, aber nie benötigt. Vielleicht ist das einfach auch Geschmackssache.
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Kompressionszubehör

  • Anziehhilfe: Wie oben schon beschrieben, habe ich mir eine Anziehhilfe von Arion besorgt. Und die war wirklich goldwert. Besonders bei der Unterschenkel-OP, als meine Füße richtig vollgelaufen sind, war die Anziehhilfe ständig im Einsatz.
  • Spezialhandschuhe: 2 Paar, damit auch jemand anders bei Anziehen helfen kann.
  • Elastische Bandagen: Da ich nach OP 3 (Unterschenkel) wickeln musste, habe ich die Bandagen auch benötigt. Bei den anderen OPs allerdings nicht.

Hygiene

  • Urinella: Auch eine sinnvolle Anschaffung. Gerade nach OP 1 (Oberschenkel Innenseite) war das Herunterziehen der Kompressionshose und sitzen auf der Toilette echt schmerzhaft. Da bin ich mal kurzzeitig zum Stehpinkler geworden. Hat auch ohne Übung vorher gut funktioniert.
  • Pflaster: Ich habe mir vorher noch ein paar Pflaster besorgt. Allerdings habe ich durch die Stripes wenig Pflasterwechsel benötigt, weshalb mir die Pflaster, die ich von der Klinik mitbekommen hatte, absolut ausgereicht. Manche Frauen bekommen aber keine Stripes am Tag nach der OP darauf und da lohnt sich ein ordentlicher Pflastervorrat.

Medikamente, Cremes und Vitamine

  • Heparin Gel: Kühlt und hilft bei Hämatomen. Allerdings unbedingt das Gel und nicht die Salbe kaufen, weil es besser zum Auftragen ist. Ich habe gleich das Gel mit 180.000 I.E. gekauft, das war ein Tipp von einer Bekannten, die die Operationen schon hinter sich hatte.
  • Schmerzmittel: Ich habe nach jeder OP zu Hause noch 2–4 Paracetamol Tabletten gebraucht. Mehr nicht. Dennoch empfehle ich dir, Schmerzmittel zu Hause zu haben. Vielleicht hast du stärkere Schmerzen, als ich es hatte. Nimm auch immer vorher Magenschoner.
  • Rotbäckchen Saft: Da es nach der Liposuktion zu einem Eisenmangel kommen kann, habe ich mir den guten, alten Rotbäckchensaft gekauft. Es gibt auch einen mit besonders viel Eisen. Das war auch das einzige Supplement, welches ich genutzt habe.
  • Brennsesseldragees und Brennnesseltee: Hilft super beim Entwässern. Allerdings sollte man es nicht übertreiben. Nach OP 3 hatte ich es etwas übertrieben und hat sich meine Haut an den Händen geschält.
  • Rosskastianen Gel: Ich habe, nachdem die Wunden zu waren, meine Beine mit Rosskastaniengel gekühlt und damit Feuchtigkeit zurückgegeben.
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Essen und Trinken

  • Tee: Ich musste nach den Operationen viel trinken, um die Tumaszenzflüssigkeit wieder rauszuspülen. Daher hab ich mich nochmals mit verschiedenen Teesorten eingedeckt.
  • Snacks: Da ich keine Narkose bei meinen Operationen hatte und lokal betäubt wurde, durfte ich auch davor essen und trinken. Ich habe vor jeder Operation ein paar Gummibärchen genascht und ein paar Schluck Spezi getrunken als Unterstützung für meinen Kreislauf. So ein kleiner Snack nach der Operation kann auch hilfreich sein. Allerdings solltest du dir da nicht eine komplette Packung Kinder Bueno einverleiben. 😉
  • Traubenzucker: Hatte ich auch mit dabei – wurde aber nicht benötigt.

Sport

Auch sportlich habe ich mich auf die Operationen vorbereitet. Gut, geändert hat sich nicht viel, weil ich eh sehr viel Sport mache. Aber ich habe tatsächlich versucht, vor den Operationen noch ein paar Kilos purzeln zu lassen. Je weniger ich gesundes Fett vorhanden ist, desto mehr Lipfett kann auch rausgeholt werden.

Außerdem habe ich vor den OPs noch ein paar extra Trainings auf meinem bellicon* eingelegt – natürlich in Kompressionsversorgung.

Joggen auf dem Bellicon mit Lipödem und Arthose.

Ich wollte so sportlich wie möglich in die OPs einsteigen, um danach wieder relativ schnell und fit weitermachen zu können.

Zeit und Geld

Auch ein wichtiger Punkt für die Vorbereitungen. Da ich selbstständig bin, musste ich auch Zeit freischaufeln und meine Kunden rechtzeitig informieren, dass ich ein paar Tage nicht erreichbar sein werde. Hier bin ich ganz offen und transparent mit meiner Krankheit umgegangen und habe alle Kunden im Rahmen meiner Weihnachtspost über die anstehenden Operationen informiert. Ich würde behaupten, zu 90% hat das funktioniert. Es gab ein paar wenige Kunden, die kein Verständnis gezeigt haben – die sind jetzt aber auch nicht mehr meine Kunden.

Da ich mit Stadium 1 Selbstzahler bin, musste ich auch Geld sparen für die Operationen. Insgesamt waren das über 12.000€, die ich zur Seite legen musste. Und die rechtzeitige Bezahlung der Operationen gehörte natürlich auch zu den Vorbereitungen.

In weiteren Blogbeiträgen werde ich über die Operationen berichten und wie es mir danach ergangen ist.

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Letzte Aktualisierung am 2.02.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Lisa Augustin - Bloggerin bei LisasBunteWelt beim Radfahren im Wald.

Über die Autorin

Lisa Augustin (geb. Lisa Rudolf) bezeichnet sich selbst als Genussbikerin. Durch eine Abnahme und die Umstellung zu einer gesunden Ernährung ist sie auf das Radfahren gekommen. Auf ihrem Blog LisasBunteWelt schreibt sie über persönliche Erfahrungen und hilft anderen weiter. Trotz körperlichen Einschränkungen wie Lipödem und Arthose versucht sie immer, den Genuss beim Radfahren voranzustellen.

Durch den Hobbyblog ist die gelernte Softwareentwicklerin letztlich auch zu ihrer Berufung gekommen und beschäftigt sich jetzt mit der Suchmaschinenoptimierung in der Selbstständigkeit.

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