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Rennrad Tuning – weniger Gewicht, mehr Komfort

Rennrad Tuning - meine Erfahrungen beim Rennrad Umbau. Leichtere Laufräder, Sattel, Powermeter

Ich hätte niemals gedacht, dass ich irgendwann mal ein eigenes Rennrad besitze und an diesem schraube. Eigentlich bin ich eine Mountainbikerin. Die dünnen Reifen und Felgenbremsen am Rennrad waren mir schon immer suspekt. 2019 habe ich mir dann ganz spontan ein Rennrad gekauft, weil ich dachte, dass ich das jetzt haben muss.

Zum Beitrag: Ich habe mir ein Rennrad gekauft – warum und wieso?

Wie ich zu meinem Rennrad kam

Mein erstes Rennrad war aber mehr oder weniger ein Fehlkauf. Es war zu groß und zu schwer. Darum bin ich auch kaum damit gefahren. Im Winter wurde es dann auf die Rolle verbarrikadiert.

Anfang 2020 im Trainingslager auf Mallorca hat mir das Rennrad fahren zum ersten Mal richtig Spaß gemacht. Als ich wieder zu Hause war, habe ich in den Kleinanzeigen gestöbert und bin sofort fündig geworden. Ein Scott Contessa RC1 Team von 2012 – knapp 60 km von mir entfernt und in meiner Größe. Inseriert war es für 650 €. Die Anzeige hatte nur ein Bild und kaum eine Beschreibung. Aber ich war ja in der Lage selbst nach den Komponenten zu googlen.

Für mich war die Sache geritzt. Ich wollte es unbedingt anschauen und Probe fahren. Das habe ich auch gemacht und war begeistert. Letztendlich habe ich es für 600 € inkl. Zubehör erworben. Viele würden so ein altes Rad nicht um den Preis kaufen. Für mich war aber klar, dass ich ein echtes Schmuckstück gefunden hatte. Die ersten Kilometer waren grandios und ich wusste, dass es einfach perfekt für mich ist.

Aus diesem Grund habe ich entschieden etwas Geld zu investieren und das Rennrad noch perfekter zu machen. Das Rennrad ohne Pedale und Zubehör wiegt laut Hersteller 7,9 kg.

Rennrad Umbau und Tuning - so habe ich mein Rennrad leichter gemacht.

Neue Laufräder fürs Rennrad – Günstig Gewicht sparen

Nachdem das Rennrad durch die Vorbesitzerin schon knappe 10000 km auf dem Rücken hatte, habe ich mich dazu entschieden, die Laufräder zu erneuern. Dadurch wollte ich Gewicht sparen und die Bremsleistung verbessern. Natürlich spielte die Optik auch eine Rolle.

Für dieses Projekt hat mich mein Lieblings-Laufradhersteller Fun Works mit einem Laufradsatz unterstützt. Bisher habe ich nur gute Erfahrungen mit den Fun Works – Laufrädern gemacht und fahre diese auch an mehreren Rädern, da ich das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr schätze. Bei Fun Works hast du sogar die Möglichkeit mithilfe des Laufradkonfigurators deine Laufräder farblich anzupassen. Die Laufräder, welche ich bestellt haben, waren zu der Zeit für 399 € im Angebot und bringen insgesamt 1450g auf die Waage.

Neue, leichtere Laufräder von Fun Works. Rennrad Tuning Erfahrungsbericht.

Wenn das Rennrad relativ schwere Laufräder hat, was bei meinem Rennrad der Fall war, dann ist das Austauschen der Laufräder oft eine günstige Variante zur Gewichtsreduktion. Ursprünglich waren Mavic Aksium Race Laufräder auf dem Rennrad, welche insgesamt 1950g auf die Waage brachten.

Durch die neuen Laufräder von Fun Works konnte ich somit 500g einsparen. Zudem habe ich jetzt optisch passendere Laufräder für mein Rennrad – sogar mit einer weißen Nabe.

Hier findest du ein paar Impressionen vom Laufradwechsel, den ich übrigens komplett selbstständig gemacht habe. Selbst ist die Frau. 🙂

Die Kassette konnte nur mit dem Brunox Turbo Spray und viel Kraft demontiert werden. Das war wohl auch die größte Herausforderung beim Laufradwechsel am Rennrad.

Um die Kassette vom Laufrad zu entfernen, benötigst du übrigens Spezialwerkzeug: eine Kettenpeitsche und einen Kassettenabzieher. Wie du die Kassette wechselst, erfährst du auch in diesem Tutorial.

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Nachdem ich die Kassette demontiert hatte, habe ich auch gleich die Gelegenheit genutzt, um diese zu reinigen. Außerdem habe ich die Mäntel und Schläuche von den alten Laufrädern entfernt und diese gereinigt.

Zum Beitrag: Fahrrad reinigen

Funworks Rennrad Laufräder vs Mavic Aksium Race Laufräder.
Neues Hinterrad vs. altes Hinterrad

Nach ein paar Tagen konnte ich mit dem Rennrad Umbau weiter machen, da das bestellte Felgenband Lieferverzögerungen, bedingt durch Corona, hatte. Du glaubst gar nicht, wie froh ich war, als das Felgenband endlich in der Post war und ich weiter schrauben konnte.

Ich habe mich für das Felgenband von Schwalbe entschieden, da ich mit diesem bisher gute Erfahrungen gemacht habe.

Schwalbe Felgenband beim Rennrad Umbau Rennrad Tuning.

Mit dem Felgenband konnte ich dann endlich auch die Räder vollends fertig machen. Ich habe die alten Schläuche und Mäntel weiterverwendet, da die noch voll in Ordnung waren.

Nachdem die neuen Laufräder wieder am Rennrad montiert waren, habe ich die Bremsen und die Schaltung sauber eingestellt. Ein Geduldsspiel – ging aber besser als erwartet.

So habe ich mein Rennrad umgebaut - Erfahrungsbericht Schrauben am Rennrad.

Meine ersten Wattmesser-Erfahrungen am Rennrad

Neben den neuen Laufrädern wollte ich mein Rennrad auch noch technisch tunen. Darum habe ich nach einer kostengünstigen und soliden Lösung gesucht, um meine Leistung am Rennrad zu messen. Letztendlich habe ich mich für einen Wattmesser von Stages entschieden. Das Wattmesssystem von Stages ist im linken Kurbelarm integriert und somit muss nicht die komplette Kurbel ersetzt werden. Es muss lediglich der linke Kurbelarm ausgetauscht werden, wie du auch hier nachlesen kannst.

Inzwischen bin ich auch schon einige Kilometer mit dem Wattmesser von Stages gefahren und habe durchweg positive Erfahrungen gesammelt. Die Übertragung ist solide und die Werte sehen sehr realistisch aus.

Der Leistungsmesser an für sich wiegt übrigens nicht mal 20 Gramm. Das zusätzliche Gewicht am Rennrad durch den Wattmesser ist also fast vernachlässigbar.

Neue Pedale – fertig, los!

Ich habe das Rennrad inklusive Pedale gekauft. Leider waren dies einseitige SPD Pedale. Doppelseitige sind mir lieber, weil ich da auf Anhieb einklicken kann. Also habe ich meine doppelseitigen Klickpedale von SQlab angeschraubt. Das Besondere an den Pedalen ist, dass diese in verschiedenen Achsenlängen erhältlich sind und so auch für verschiedene Schuhgrößen eine natürliche Fußstellung garantieren können. Ich habe die ganz kurze Achse und trage Schuhgröße 37. Der Schuh geht wirklich nur ganz knapp an der Kurbel vorbei – aber die Fußstellung damit fühlt sich sehr gut an.

Stages Powermeter Linker Kurbelarm moniteren - Erfahrungsbericht.

Viel Gewicht werde ich mit dem Pedal-Wechsel wohl nicht gespart haben, da die Pedale zuvor auch relativ leicht waren.

Zum Beitrag: Alles über Klickpedale

Zwischenstand beim Rennrad Umbau

Nachdem ich die Laufräder ausgetauscht hatte, den Leistungsmesser angebracht hatte und die Pedale ausgetauscht waren, war mein Rennrad definitiv leichter als zuvor. Inklusive Pedale und Flaschenhalter war ich bei 7,7 kg. Die Pedale wiegen zusammen 320g – sprich, ich war letztendlich bei etwa 7,4 kg ohne Pedale! Das ist ein echtes Kampfgewicht für ein Rennrad.

Rennrad Umbau Scott Contessa RC1 2012

Und das Tuning ist noch nicht vorbei. Folgende Anbauteile am Rennrad möchte ich noch austauschen:

  • Sattel
  • Lenkerband
  • Flaschenhalter

Mein neuer Sattel: Der SQlab 612R – das ultra Leichtgewicht fürs Rennrad

Warum ich meinen Sattel so schnell wie möglich austauschen wollte, ist einfach: Es war wirklich an der Zeit. Der originale Sattel war erstaunlicher Weiße echt bequem. Normalerweise habe ich ein richtiges Problem bei der Sattelauswahl. Mein Po verträgt nicht jeden Sattel. Doch auf dem Sattel konnte ich auch 100 km ohne Schmerzen auf Anhieb fahren.

Allerdings ist der Sattel von 2012 und hat schon knappe 10.000 hinter sich. Dementsprechend rutschig war er an der Oberfläche. Ich bin zum Teil richtig hin und her gerutscht mit der Radhause, was auch zu Reibungen an den Nähten rund um das Polster geführt hatte.

Da ich an meinen Mountainbikes den 611 active von SQlab fahre und sehr zufrieden mit den ergonomischen Satteln aus Bayern bin, habe ich mich beim Rennrad für den neuen 612R von SQlab entschieden. Der Sattel ist nicht aus Carbon und bringt etwa 150g auf die Waage. Ein richtig leichter Sattel.

Trotz des geringen Gewichtes ist der 612R auch wirklich sehr bequem – sofern man die richtige Größe ausgewählt hat. Die aller erste Fahrt, die ich mit dem neuen Sattel unternommen habe, war 154 km lang.

Ich bin mit dem Sattel richtig zufrieden und hatte keine Sitzschmerzen, trotz der langen Fahrt.

SQlab 612R Erfahrungsbericht am Rennrad

Zum Artikel: Sitzschmerzen beim Radfahren – der richtige Sattel

Mein Fazit zum Rennrad Umbau

Ich finde, mein Rennrad Umbau hat sich richtig gelohnt. Durch den Sattel und die neuen Laufräder konnte ich einiges einsparen. Durch den SQlab Sattel habe ich mehr als 130g gespart. Durch die Laufräder von Fun Works habe ich sogar 500g Gewicht gespart. Inzwischen wiegt mein Rennrad etwa 7,5 kg mit Pedalen.

Das geringere Gewicht macht sich beim Fahrgefühl deutlich bemerkbar. Vor allem bei den Anstiegen. Die Laufräder merke ich hauptsächlich beim Antritt und beim Wiegetritt. Das fühlt sich mit den neuen Laufrädern einfach leichter an. Außerdem macht der Fun Works Freilauf einen mega Sound!

Die Meinungen zum Rennrad-Tuning sind in diversen Rennrad Foren oft gespalten. Ich persönlich finde aber, dass sich mein Rennrad-Tuning gelohnt hat und ich merke auch definitiv einen Unterschied. Außerdem gefällt mir die neue Optik viel besser.

Rennrad Umbau Erfahrungsbericht

In Zukunft werde ich noch das Lenkerband und die Flaschenhalter austauschen und selbstverständlich auch in diesem Beitrag teilen.

Nachtrag: Leider wurde dieses großartige Rennrad ein paar Monate nach dem Umbau bei einem Unfall zerstört. Beide Laufräder wurden herausgerissen, die Gabel zerstört und der Lenker ist gebrochen. Dir dies zu schreiben tut mir wirklich weh, denn ich habe dieses Rennrad geliebt. Es war einfach perfekt. <3

Bis bald,

deine Lisa. <3

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2 Kommentare

  • Antworten
    Frieda
    8. Mai 2020 at 14:28

    Hallo Lisa,
    ich habe überhaupt kein Rennrad und interessiere mich nicht besonders dafür, aber diesen Artikel zu lesen hat trotzdem wahnsinnig viel Spaß gemacht, weil deine Begeisterung aus jeder Zeile spricht. Ich wünsche dir noch viele schöne Fahrten mit deinem getunten „Schatz“.
    Viele Grüße,
    Frieda

    • Antworten
      LisasBunteWelt
      8. Mai 2020 at 16:26

      Liebe Frieda,

      über deinen Kommentar habe ich mich wirklich besonders gefreut! Es ist schön, dass ich auch nicht nur das „Fachpersonal“ erreiche mit meinen Beiträgen. Und vielleicht hast du ja auch trotzdem den ein oder anderen Fachbegriff mitgenommen für die Zukunft.
      Danke! Die ersten 1000 km habe ich schon hinter mir und es macht einfach mega Spaß. Hätte ich nie gedacht, dass ich mal Rennrad fahren macht. 🙂

      Viele liebe Grüße aus dem Schwabenländle,
      Lisa

    Antworten

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