Full day of Wettkampf | Mountainbike Cross Country

Vier habe ich dieses Jahr schon hinter mir und schon oft wurde ich gefragt, wie so ein Wettkampf eigentlich abläuft. Darum habe ich mich entschieden in einem Blogbeitrag über meinen Wettkampftag zu berichten.

Gestern vor einer Woche war es wieder soweit. Wettkampftag. Ich habe bei der Kurzdistanz am 1. Härtsfelder Mountainbike Marathon teilgenommen und mein Tag sah wie folgt aus:

7:08 Uhr

Anruf von meiner Teamkollegin. Sie ist krank und die zwei Kollegen die eigentlich mitfahren wollten, würden doch nicht mitfahren. In dem Fall sind nur noch ich und mein Freund Moe übrig. Für uns beide ist klar: Wir machen das Ding trotzdem!

9:00 Uhr

Aufstehen. Einen Topf mit Wasser füllen, Nudeln reinwerfen und salzen. Während die Nudeln kochen, mache ich mich frisch und schlüpfe gleich in meine Radhose. Pulsgurt ist auch schon am Start. Außerdem schmeiße ich mich in eine bequeme Hose und ein lässiges Sportshirt.

9:30 Uhr

Ich sitze auf der Terrasse und esse eine große Portion Nudeln mit Tomatensoße. Zum Frühstück. Dazu gibt es einen großen, schwarzen Kaffee. Außerdem genieße ich die Morgensonne – ganz ohne Stress und Hektik. Am Wettkampftag versuche ich mich von nichts aus der Ruhe bringen zu lassen.

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10:05 Uhr

Ich fange an, das Zeug für den Wettkampf zu packen. In eine Klappkiste packe ich 2 Flaschen Wasser, Saft, Bananen, Honig, Reiswaffeln, Müsli, Reismilch, Riegel* und Gele*. In eine Tasche kommen Wechselklamotten, meine Radschuhe und Duschzeug. Außerdem packe ich eine Handtasche mit meinen Wertsachen.

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10:50 Uhr

Ich packe mein Fahrrad in mein Auto. Dafür nutze ich übrigens meine praktische Fahrradgarage*. Außerdem packe ich den Helm und die Handschuhe dazu.

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11:00 Uhr

Moe und ich machen uns auf den Weg nach Nattheim.

12:00 Uhr

Wir sind auf der Autobahn, kurz vor Nattheim. Und es fängt an zu regnen. Zuhause war noch strahlender Sonnenschein und jetzt das. Ich habe gar keine Regensachen eingepackt. Aber jetzt sind wir schon kurz vor Nattheim, also ziehen wir es durch.

12:15 Uhr

Wir sind in Nattheim angekommen und suchen einen Parkplatz in Nähe der Halle. Wir sind noch nicht angemeldet und eine Nachmeldung ist bis 13:30 Uhr möglich. Im Internet stand, dass Nachmelder nur ein Starter-Kit bekommen, solange der Vorrat reicht.

12:30 Uhr

Wir sind in der Halle angekommen und melden uns an. Es sind nur wenige Menschen da und wir bekommen sogar ein Starter-Kit.

Ein Starter-Kit gibt es normal bei jedem Wettkampf für die Teilnehmer. Darin befinden sich immer kleine Geschenke der Sponsoren. Dieses mal war folgendes enthalten:

  • Nudeln
  • Müsli
  • Einen Spray für die Kettenpflege
  • Ein Sporttape
  • Kabelbinder zum Befestigen der Startnummer

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12:45 Uhr

Es hat aufgehört zu regnen. Wir sind wieder am Auto und packen unsere Räder aus, schrauben die Vorderräder wieder ran und überprüfen nochmals den Luftdruck. Ich ziehe mir schon mal mein Trikot an. Auch die Startnummern befestigen wir mit den Kabelbindern am Lenker. Moe nimmt inzwischen immer eine kleine Zange mit, um die abstehenden Kabelbinder weg zu zwicken. Das Rad muss doch hübsch über die Ziellinie rollen.

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Bisher sind noch relativ wenige Mountainbiker hier. Aktuell rechnen wir noch mit wenig Konkurrenz. Dieser Mountainbike Marathon findet ja auch zum ersten Mal statt.

13:15 Uhr

Wir schwingen uns auf die Räder und fahren uns ein. Dazu suchen wir ein paar flache Wege außerhalb der Ortschaft und fahren da etwa eine halbe Stunde mit niedrigem Puls im Kreis. Mit lediglich zwei härteren Intervallen bringen wir unsern Körper ein wenig in Schwung.

13:45 Uhr

Wir finden uns wieder am Parkplatz ein und sind überrascht, wie voll dieser auf einmal geworden ist. Überall stehen Autos, viele davon mit Fahrradträgern. Es werden Räder zusammen gebaut, Ketten geschmiert, Rollen ausgebreitet und sogar Pavillons aufgestellt. Einige haben Freunde, Verwandte und Trainer dabei und lassen sich bei der Vorbereitung unterstützen.

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Wir stellen die Räder beiseite und essen noch eine Kleinigkeit. Bei mir gibt es Schokomüsli mit Reismilch und dazu eine Banane. Und ich trinke nochmals einen großen Schluck Wasser.

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14:15 Uhr

Ich treffe die letzten Vorbereitungen. Stecke meinen Garmin an, creme mich mit Sonnencreme ein und schließe mein Auto ab. Es geht in Richtung Startlinie.

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14:30 Uhr

Wir sind an der Startlinie und ergattern noch einen relativ guten Platz im Mittelfeld. Die Sonne prallt auf uns herab. Mein Garmin zeigt 30 Grad an.

14:50 Uhr

Jetzt wird es langsam ernst. Die Nervosität kommt. Der Ansager interviewt schon seit Minuten großartige Sportler und ich versuche ruhig zu bleiben.

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14:57 Uhr

AC/DC dröhnt aus den Lautsprechern, wie vor fast jedem Start. Alle sind in Stimmung. Ich lade die Strecke des anstehenden Wettkampfes in meinem Garmin und stelle mein Wettkampfprofil ein. Etwa 2 Minuten später fängt der Ansager an den Countdown zu zählen. 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 – LOS!

15:00 Uhr

Ich trete in die Pedale. Am Anfang staut es sich etwas – das ist normal. Aber ich vorsuche trotzdem zu überholen. Leider schaffe ich es nicht, mich an die erste Gruppe zu hängen und bleibe im Mittelfeld hängen.

Etwa 20 Minuten später komme ich an den ersten großen Berg. Es ist heiß und schwül. Schon am Anfang des Berges überhole ich 2 ausgewachsene Männer, die mit einer sehr niedrigen Trittfrequenz in die Pedale treten und sich wahnsinnig schwer tun. Ich bin guter Dinge, den Berg zu meistern. Doch kurz bevor der Berg endet, frage ich mich, warum ich den Scheiß überhaupt mache. Mir ist es heiß, mein Kreislauf will sich nur noch ausruhen und es ist so unglaublich anstrengend.

Doch als ich den Berg geschafft habe, geht es richtig los. Ich bin „on fire“. Bei den Abfahrten werde ich kaum überholt. Ich überholte fast nur. Bis irgendwann ein richtiger Wadenbeißer kommt. Steil und grober Untergrund. Eine verdammt schlechte Mischung. Mindestens 50% haben den Berg geschoben. Ich bin kampfbereit. Fast oben angekommen rutsche ich auf einem Stein aus, schaffe es aber auf dem Rad zu bleiben. Neben mir muss eine Konkurrentin von mir absteigen. Das spornt mich an. Ab diesem Zeitpunkt sehe ich genau diese Konkurrentin ständig. Mal vor mir, mal hinter mir. Durch eine kleine Fehlabbiegung verliere ich bestimmt eine halbe Minute. Ich ärgere mich und fahre weiter. Als wir auf einen Trail fahren ist sie vor mir. Vor ihr ein Mann, der uns ausbremst. Sie schafft es ihn in einem kleinen Grasstück zu überholen – ich schaffe es leider erst nach dem Trail. Ab diesem Punkt sehe ich Sie nur noch vor mir.

Bei der Zieleinfahrt versuche ich sie einzuholen. Schaffe es aber nicht. Sie kommt 7 Sekunden vor mir ins Ziel.

16:13:42 Uhr

Ich fahre ins Ziel. Nach einer Stunde, 13 Minuten und 42 Sekunden. Ich bin k.o. und versuche irgendwo in der Menge Moe zu finden. Er kommt auf mich zu und verkündet mir, dass ich die dritte Frau war, die ins Ziel gefahren ist. Ich kann’s nicht wirklich fassen und muss erst einmal mein Rad abstellen. An einem Verpflegungsstand bekomme ich Cola und Kuchen.

16:45 Uhr

Wir sind wieder am Auto und verstauen unsere Räder. Außerdem ziehen wir uns um und machen uns frisch.

17:00 Uhr

Wir suchen uns etwas zu essen. Bei jedem Wettkampf gibt es im Normalfall ein Nudelessen für die Teilnehmer. Bei diesem Wettkampf ist das anders, da dieser Wettkampf an ein Heimatfest gekoppelt ist. Also holen wir uns an Fressständen Spezi und Schnitzelwecken.

17:20 Uhr

Die Ergebnislisten sind fertig. Die Listen bestätigen meinen 3ten Platz bei den Frauen. Bei der Hauptklasse der Frauen bin ich sogar auf Platz 2 gelandet. Moe ist auf dem vierten Platz der Männer-Hauptklasse gelandet.

18:30 Uhr

Die Siegerehrung beginnt. Zuerst werden die Gesamtsieger geehrt. Ich darf mit aufs Treppchen und bekomme einen wunderschönen Blumenstrauß.

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Nachdem die Gesamtsieger durch sind, sind die Klassensieger an der Reihe. Auch hier darf ich wieder aufs Treppchen. Nachdem alle Frauen oben sind, werden die Männer aufgerufen und als erstes kam Moe’s Name. Er hatte es doch auf Platz 3 der Hauptklasse geschafft, weil wir die Ü19 Klasse nicht im Blickfeld hatten. Er ist genau so verwundert wie ich. Damit hätte ich nie gerechnet, mit ihm gemeinsam auf dem Treppchen zu stehen. Ich bin soooo stolz auf ihn!

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19:00 Uhr

Wir sitzen ins unseren Autos und treten die Heimreise an.

 

 

 

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Verfasst von

Ich bin Lisa, 23 Jahre jung. Softwareentwicklerin, Hobbyköchin, Fitnessfreak und doch irgendwie ein speziell normales Mädchen. Auf LisasBunteWelt erzähle ich euch etwas über meine Ernährungsumstellung, schreibe euch leckere Rezepte nieder und informiere euch über Sport und Gesundheit. Außerdem teste ich hin und wieder interessante Produkte für euch und bewerte diese ehrlich und objektiv.

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