Buchkritik | Basisch clean + green (Claudelle Deckert)

Hinweis: Dieser Beitrag entstand durch eine Kooperation mit: blogg dein buch

Unter dem Titel „Basisch clean + green“ schreibt Claudelle Deckert über ihre Erfahrungen mit einem recht modernen Ernährungsstil, welcher den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht halten soll. Das ansprechende Hardcover wurde erst kürzlich vom Verlag h.f.ullmann veröffentlicht und beinhaltet neben gut aufbereitetem Hintergrundwissen auch über 80 leckere Rezeptideen.

Aufgeteilt ist das Buch in drei grobe Abschnitte:

  • Die Basics über eine basisch-vegetarische bzw. basisch-vegane Ernährungsform
  • Die Rezeptideen
  • Die wichtigsten Gesundheitsfragen

Die Basics

Die Autorin und „Unter Uns“-Darstellerin Claudelle Deckert leitet das Buch mit ihren persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen ein, um so auf die positiven Eigenschaften einer basischen Ernährung zu verweisen. Zunächst schreibt die Autorin wie unausgewogen sich die Menschen heutzutage ernähren und spielt auf die Folgen einer säureüberschüssigen Ernährung an. Wichtige Fakten und Zusammenfassungen werden dabei besonders hervorgehoben. Daher eignet sich meiner Meinung nach dieses Buch auch wunderbar zum Querlesen während dem Kochen. Mit passenden Zitaten und ansprechenden Bildern werden die Basisinformationen abwechslungsreich umrandet. An für sich finde ich die Informationen im ersten Kapitel gut aufbereitet und anschaulich erklärt.

Vegetarisch und Vegan

Die Autorin hat hier wohl versucht ein Buch zu schreiben, welches sowohl für Vegetarier, als auch für Veganer geeignet ist. Auch in den ersten Sätzen wird noch oft über die basisch-vegetarische Ernährung gesprochen. Doch folgend ließt es sich so, als ob dieses Buch mehr die Vorzüge einer basisch-veganen Ernährung behandelt. Zum Beispiel werden in einer Liste säurebildende Lebensmittel und deren Alternativen vorgestellt. Zum Einen wird geschrieben, dass es sich bei Eiern um säurebildende Lebensmittel handelt – zum Anderen wird aber ein paar Zeilen später geschrieben, dass Eier in einer basisch-vegetarischen Ernährung ohne Probleme intigriert werden können. Eine Aufteilung zwischen vegan und vegetarisch gibt es innerhalb dieser Tabelle allerdings nicht. Bei Milchprodukten fehlt auch ein wenig die Tiefe, welche Produkte sich positiv und welche sich negativ auf den Säure-Basen-Haushalt auswirken. Es wird zwar ausdrücklich erwähnt, dass Milch, Käse und gezuckerter Joghurt säurebildend sind – aber, dass naturbelassener Joghurt und Kefir hilfreich bei dieser Ernährungsform sind, wird nur in einem Nebensatz erwähnt. Auch handelt es sich bei den Alternativen nicht immer um Alternativen, sondern oft auch um Zubereitungsvarianten der „säurebildenden Lebensmittel“. Man merkt beim Lesen ein wenig, dass die Autorin sich selbst nicht vegetarisch, sondern vegan ernährt.

Die Rezeptideen

Die Rezeptideen sind aufgeteilt in folgende Kapitel:

  • Frühstück (Bowls & Pancakes | Grundrezepte | Drinks)
  • Dit it! (Brot, Cracker & Chips | Aufstriche, Dips & Saucen)
  • Happy Bowls (Dressings | Salatbowls | Gemüsebowls, Nudeln & Suppen)
  • Pfanne & Ofen (Puffer & Bratlinge | Ofengerichte, Wraps & Gnocchi)
  • Süßes (Kuchen & Cookies | Eis & Dessert)

Lob und Kritik

Positiv zu erwähnen ist, dass die Rezeptideen mit sehr ansprechenden Bildern geschmückt sind. Auch Tipps, Variationsideen und Infos befinden sich hin und wieder in den Rezepten. Die Gliederung innerhalb der Rezepten ließt sich sehr strukturiert und unterhaltsam, da hier immer nach einem gewissen Schema vorgegangen wird:

„Zunächst… Inzwischen… Dann… Nun… Zum Schluss…“ – Quasi immer dieselben Satzanfänge. Da diese aber absatzweise gegliedert und durch die Schrift hervorgehoben sind, wirkt das ganz und gar nicht langweilig – sondern bringt den Leser sogar zum Schmunzeln.

Auch positiv ist, dass sich in den Rezeptideen viele Basisrezepte wie Mayo, Ketchup oder falscher Mozzarella befinden. Nachdem ich auch schon das eine oder andere Rezept aus dem Buch erfolgreich nachgekocht habe, kann ich bestätigen, dass die Umsetzung der Rezeptideen wirklich leicht und schnell geht.

Leider fehlen mir bei den Rezepten die herzhaften Frühstücksideen. Wenn man das Buch so ließt, dann gibt es auch bei einer basisch-vegetarischen Ernährung nur süßes zum Frühstück. Da frage ich mich: Wo sind die Eier? Allgemein frage ich mich bei den Rezepten: Wo sind die vegetarischen, aber nicht veganen Zutaten? Auf dem Titel des Buches ist zu lesen „Mit über 80 leckeren vegetarischen und veganen Rezepten“. Für mich scheint es aber so, dass der Fokus hierbei eher auf vegane Rezepte gelegt wurde. Natürlich sind vegane Rezepte auch passend für eine vegetarische Ernährungsweise. Aber um die vegetarischen Rezepte rechtzufertigen, fehlen mir auch noch ein paar Rezepte mit Eiern, Kefir oder naturbelassenem Joghurt. Gerne auch in einer eigenen Rubrik um sie auf den ersten Blick von den veganen Rezepten unterscheiden zu können.

Da ich auf dem Land lebe ist mir ein weiterer Punkt negativ aufgefallen:

Innerhalb der Rezepte werden einige, etwas exotischere Zutaten verwendet, die auf dem Land gar nicht so einfach zu bekommen sind. Dattelsirup, Medjool-Datteln, Kefirkristalle und Co. bekommt man eben auch nicht an jeder Ecke.

Auch schön wäre es, wenn es ein kleines Inhaltsverzeichnis zu den Zutaten geben würde. Sprich ein Verzeichnis, in dem man Rezepte zu bestimmten Zutaten findet. Gerade wenn ich eine exotischere Zutat nicht komplett in einem Rezept verbrauchen konnte, möchte ich nicht alle 60 Seiten durchblättern, um ein weiteres Rezept mit dieser Zutat zu finden und um diese Zutat dann verbrauchen zu können.

Die wichtigsten Gesundheitsfragen

Im letzten Kapitel werden von dem Diplom-Oecotrophologen/ Diplom-Ökotrophologen (beide Schreibweisen sind im Buch vorhanden) Hans-Helmut Martin Fragen beantwortet, welche nochmals das einführende Basic-Kapitel grob zusammenfassen. Letztendlich wird auch erwähnt, dass besonders körperlicher Stress, seelischer Stress, Schlafentzug und Bewegungsmangel – also Faktoren außerhalb der Ernährung – zu einem Ungleichgewicht im Säure-Basenhaushalt führen.

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Mein Fazit

„Basisch clean + green“ hat eine wirklich ansprechende Aufmachung und spricht besonders aktuelle Themen wie den Säure-Basen-Haushalt und die vegane Ernährungsform an. Da die Autorin sich selbst vegan ernährt hätte es mir besser gefallen, den Fokus des Titels und der Einleitung auch nur auf diese Ernährungsform zu beschränken, anstatt dem Leser vorzutäuschen, dass es bei diesem Buch auch ausführlich um eine basisch-vegetarische Ernährung geht. Diese Ernährungsform wird zwar kurz behandelt, aber sie wird definitiv nicht so hervorgehoben wie die basisch-vegane Ernährung. Auch in den Rezepten kommt das Vegetarische viel zu kurz. Letztendlich wirkt die Aufteilung des Buches sehr modern und aufgeräumt. Doch wer eine tiefe Einführung in den Säure-Basen-Haushalt erwartet, ist hier falsch. Ich würde dieses Buch eher als Kochbuch mit zusätzlichen Basisinformationen und nicht als Fachbuch bezeichnen. Ich persönlich finde auch, dass andere Kochbücher viel mehr solche Hintergrundinformationen miteinbeziehen sollten.

Daher mein Fazit: Ein tolles, ausführliches Kochbuch mit kleinen Mängeln. 

Falls dich diese Rezesion neugierig gemacht hat, findest du das Buch auch hier zum Kaufen.

Verfasst von

Ich bin Lisa, 22 Jahre jung und beruflich in der IT tätig. Auf LisasBunteWelt erzähle ich euch etwas über meine Ernährungsumstellung, schreibe euch leckere Rezepte nieder und informiere euch über Sport und Gesundheit. Außerdem teste ich hin und wieder interessante Produkte für euch und bewerte diese ehrlich und objektiv.

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